Jüterbog.

Dass sich die Jüterboger Band „Six“ nach 25 Jahren auflöst, haben selbst die eingeschworenen Fans des als Coverband bekannten Quintetts nicht geahnt. Doch gerade die treuesten Fans dürften sich am meisten über diese Nachricht freuen, wenn man Six-Frontmann Stefan Krähe glaubt. „Wir haben drei geile Alben gemacht und machen noch ein viertes, das noch geiler wird“, sagt der Sänger. Doch statt „Six“ soll ab Ende 2017 die neuformierte Band „Krähe“ auf der Bühne stehen. Schon im Mai wird das erste Album mit dem Titel „Rattenfänger“ auf dem Label „2 Krieger Music“ erscheinen, das von Stefan Krähe und dem bisherigen Bassisten Robert Gläser geführt wird.

„Der Sound wird noch rockiger als bei ,Six‘, aber vor allem werden die Texte mehr Inhalte haben. Das heißt, die Lieder werden politischer und mehr Aussagen zur Lage unserer Gesellschaft treffen“, kündigt Krähe an. „Es gibt so viel mehr zu sagen, als dass man nur über die Liebe singen könnte“, ergänzt Krähe und nennt als Beispiele die Überwachung durch den Staat und die Misshandlung von Kindern. Mindestens drei der fünf bisherigen Bandmitglieder bleiben dabei, ein Bassist und vielleicht ein Gitarrist werden noch gesucht.

„Die Fans sind am Boden zerstört“

Diese neue Band wird dann keine Coversongs, sondern einzig eigenes Material der Musiker spielen. „Ich finde es ist konsequent, das Coverband-Projekt zu beenden ohne dass es peinlich geworden ist“, sagt Krähe. Jahrzehntelang machte sich „Six“ als Partyband einen Namen – so sehr, dass alle anderen kreativen Wege versperrt schienen, weil trotz zunehmender Zahl eigener Songs das Image blieb. Von Wehmut ist bei dem 50-Jährigen Krähe deshalb keine Spur. „Die Fans sind am Boden zerstört, weil wir immer gesagt haben, dass wir solange es geht, auf die Bühne gehen werden“, sagt Krähe.

Auf den Fanseiten im Internet mischen sich Trauer und Vorfreude. „Viele von uns standen schon als junge Mädels an eurer Bühne und sind heute immer noch dabei, viele bereits mit eigener Familie und auch die Kinder haben den Six-Virus...und nun ist alles vorbei? Ich kann das kaum glauben. Und ich hab immer gedacht die Sixer-Gemeinde geht zusammen in Rente“, schrieb ein Fan der Band ins Gästebuch.

Letztes SIX-Konzert: Abschied in Potsdam

Die Entscheidung zur Auflösung sei lange gereift und habe vor allem mit dem Erfolg der eigenen Lieder auf den Konzerten zu tun. Bis vor einigen Jahren wollten die meisten Six-Fans die Covershow und hatten keine Interesse an selbst geschriebenen Songs, sagt Krähe. „Jetzt singen die Leute unsere Texte und der Saal leert sich, wenn wir mit den Coversongs anfangen. Diese Entwicklung hat mich sehr gefreut!“, sagt der Jüterboger. „Im Gegensatz zu vielen anderen Coverbands sind wir alle gute Musiker und wollen eine andere Herausforderung“, gibt Krähe sich selbstbewusst. Dazu gehört auch der Name der Nachfolge-Band und das Versprechen, dass die selten unter drei oder vier Stunden langen Bühnenshows künftig nicht kürzer oder weniger intensiv würden.

Die gerade gestartete Abschiedstour führt „Six“ am Freitag in die Luckenwalder Fläming-Halle und dann durchs ganze Land. Am 4. November wird in der Potsdamer Metropolis-Halle zum letzten Mal „Six“ auf den Tickets stehen. In Potsdam hatten „Six“ in diesem Jahr auch ihr bisher größtes Open-Air-Konzert gegeben, vor 36 000 Menschen beim Stadtwerke-Fest. Für das erste „Krähe“-Konzert gibt es noch keinen Termin oder Ort, doch die Bühnenpremiere soll ohne Pause noch im November 2017 stattfinden.

Quelle: mazonline.de | Peter Degener

Tourdaten

25.12.2017 Bad Belzig Albert Baur Halle
26.12.2017 Gomsdorf (Erzgebirge) Volkshaus
27.12.2017 Werben (b. Cottbus) Stern
29.12.2017 Potsdam Lindenpark
30.12.2017 Luckenwalde Fläminghalle
06.01.2018 Fürstenwalde Fürstenwalder Hof

 

Weitere Tourdaten in Arbeit.